Mal wieder in... Zeeland!

Dienstag, 22. Oktober 2013

Nachdem ich mich recht sponti für die Herbstferien noch in "De Banjaard" (Kamperland/Zeeland) einquartiert habe, möchte ich hier aber nicht mit den üblichen Panoramafotos vom Meer aufwarten - obwohl ich natürlich welche gemacht habe! :o)
Gestern waren wir in Middelburg. Eigentlich wollte ich zum Drachenladen, um mal zu schauen ob es dort eine nette Lenkmatte gibt, die mir gefällt. Aber als wir nach längerer Kurverei durch die Stadt dann endlich vor dem Haus "Damplein 9" standen, blinkte uns dort schon das "gesloten"-Schild entgegen. Jammer!
Naja, dann sind wir eben so ein wenig durch die schöne Stadt getippelt, haben (voll tourimäßig!) Postkarten gekauft und ich habe (ebenfalls voll tourimäßig...) meine Kamera rausgeholt und wie wild fotografiert.
Irgendwie ragen überall in der Stadt alte Türme, Türmchen oder Stufengiebel in den Himmel. Wenn man Glück hat findet man auch die dazu gehörende Kirche.

So sind wir also in der ehemaligen Abteikirche in Middelburg gelandet. Eher zufällig, aber schon beeindruckend.
Um 1100 wurde die Abtei gegründet durch Prämonstratenser, die aus Antwerpen hierher kamen. Ich finde es immer faszinierend mir auszumalen, mit welchen einfachen Mitteln und unter welchen Anstrengungen die Menschen damals dieses Bauwerk erreichtet haben! Das ist schon irre, finde ich! (...okay, irre ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber egal!).

Etwas verwirrend fand ich, dass sich im Inneren der "Abdijkerk" zwei durch Mauern und eine Art "Durchgangshalle" getrennte Kirchen befinden: Die "Koorkerk" (der ehemalige Mönchschor) und die "Nieuwe Kerk". Wobei nur die "Koorkerk" irgendwie noch nach Kirche aussieht (mit Bänken, Kanzel und so etwas wie einem Altar). In der "Koorkerk" hängt auch diese etwas eigentümlich anmutende Orgel,

Der mächtige Turm der Kirche ist 90,5 Meter hoch und wurde im 14. Jh. an die Südwand der Abteikirche angebaut. Hochgeklettert sind wir nicht, war leider auch "gesloten"... ;o)
Im zweiten Weltkrieg wurde der Gebäudekomplex durch einen Brand nach einem deutschen Bombardement (Mai 1940) schwer beschädigt - aber anschließend in heutigem Zustand wieder aufgebaut.

Besondes schön finde ich ja immer die Kreuzgänge. Auch diese Abtei hat natürlich einen, und Besucher können da sogar rein. Im Hof des Kreuzgangs ist ein schöner kleiner Kräutergarten angelegt, mit symmetrischen Beeten und Buchsbaumhecken. In der Mitte steht ein Brunnen.
Ich mag die Atmosphäre in den Kreuzgängen. Dieser hier ist "geschlossen", mit hohen Fenstern und trotzdem ein wenig "dämmerig". Umso schöner ist das Licht, das aus den gotischen Fenstern in den Kreuzgang dringt. Vielleicht können die Fotos ja ein wenig von dieser Atmosphäre wiedergeben...

sagte ich schon...

Samstag, 9. Februar 2013

..., dass es hier schneit wie Hulle?
Am Vormittag war noch strahlend blauer Himmel mit Sonnenschein.
Und jetzt liegt dicker Schnee - wie man sieht auch auf unseren Sachen, die im "großen Kühlschrank" auf der Terrasse waren!

sooooo schön....

Samstag, 9. Februar 2013

...war gestern der Sonnenuntergang hier am Meer! Für sieben Minuten tolles Licht - das muss man ausnutzen!

Also Nase in den Wind und Finger an den Auslöser!

Danke an Marion für die schönen Fotos.

Jaaaaa - endlich wieder in Oostkapelle!

Freitag, 8. Februar 2013



Tja, Leute... es ist mal wieder so weit: mich hat's wieder nach Oostkapelle verschlagen!
Eine ganze Woche Urlaub an der Nordsee - heel lekker!
Bei der Ankunft gegen 14 Uhr war der Himmel blitzeblau und hin und wieder gab's ein kleines Wölkchen. Also mal schnell ab zum Strand, dem Meer "hallo!" sagen.
Die Ferienhäuser hier im Ort sind nur spärlich belegt. Soll mir recht sein, je weniger Betrieb umso besser. Pommes gab's schon - im "Piraat" natürlich. Mit Magenbeschwerden allerdings nicht so wirklich zu empfehlen...

Ich nutze die Gelegenheit, mal wieder etwas in meinem Blog zu schreiben. Und ein paar meiner genialen Star-Fotografien zur Schau zu stellen... grinsel
Leider hat unser Einkaufstrupp kein Grolsch mitgebracht, sondern nur Heineken in Mini-Flaschen... Ist aber auch egal...

Morgen oder übermorgen werde ich mal eine kleine Bird-Watching-Tour machen. Ich habe aber leider nur meine "kleine" Kamera dabei, so dass ihr auf tolle Fotos wahrscheinlich verzichten müsst ;o)

So, jetzt mal Schluss - jetzt wird gezockt! (Heckmeck, wer's kennt!)

Qual der Wahl?

Montag, 21. Januar 2013

Vor einiger Zeit habe ich nun hier in meinem Blog die Kategorie "ex libris" eröffnet.
Und seitdem grüble ich, welches meiner vielen (Lieblings)Bücher ich hier zuerst vorstellen soll. Überhaupt - ich will hier kein(e) Reich-Ranicki, Karasek oder Heidenreich werden, es geht einfach um Bücher, die mir gut gefallen.

Dann kommt das zweite Problem: Was schreib' ich über das Buch meiner Wahl? Dass es mir einfach so gut gefallen hat? Dass es so ein schönes Titelbild hat? Dass der Klappentext wirklich anrührend ist? Alles Klimbim.

Ich habe in den letzten Wochen viel gelesen - gottseidank, es klappt wieder mit meiner Konzentration, und meine Augen machen auch wieder mit. Die meisten Bücher waren Thriller oder Krimis, etwas für die Spannung eher, weniger literarischer Hochgenuss (...wobei es ja durchaus auch AutorInnen gibt, die beides zu verbinden wissen). Von manchen weiß ich nichts mehr, andere sind mir gut im Gedächtnis geblieben. Für den Anfang habe ich zwei Bücher ausgewählt:





"Mehr als nur ein halbes Leben" von Lisa Genova und
"Die Grube" von Ingrid Bachér.


In "Mehr als nur ein halbes Leben" ist Sarah die Protagonistin, eine Karrierefrau mit smartem Ehemann, Haus, Hund und drei Kindern: Lucy, Charlie und der kleine Linus. Erfolgreich, immer auf Zack und immer in Zeitnot. Bis zu dem Tag, an dem sie mit voller Geschwindigkeit auf der Landstraße in ein Stauende rast...
Okay, jetzt erwartet ihr bestimmt, dass es tragisch-kitschig-melodramatisch weitergeht - so à la: "Dann war nichts mehr wie zuvor..."
Nun gut, so ist es eigentlich auch: Sarah erwacht im Krankenhausbett, geblendet vom weißen Neonlicht und mit einem Schlauch im Mund. Acht Tage nach dem Autounfall. Das ist auf Seite 81. Sie weiß wie sie heißt, wo sie wohnt, wie alt sie ist und dass sie drei Kinder und einen netten Ehemann hat. Doch ziemlich bald merkt sie auch, dass etwas ganz und gar nicht stimmt:irgendwie scheint es von allem keine linke Seite mehr zu geben. Kein Messer links neben dem Teller. Keine Schokosoße links auf dem Dessert. Keine linke Hand, kein linkes Bein.

Sicher könnt ihr euch vorstellen, mit welchen Problemen sich Sarah in der folgenden Zeit konfrontiert sieht. Das will ich hier auch gar nicht alles verraten... gesagt sei nur: Sie kämpft sich mit Ausdauer und Mut zurück ins Leben. In ein Leben, das komplett anders ist als das, das sie zuvor geführt hat. Einfühlsam, mit viel Humor und wenig pathetisch und ohne den typisch amerikanischen "Zuckerguss" beschreibt Lisa Genova Sarahs Weg. Trotz vieler Rückschläge und Enttäuschungen lässt sie sich nicht beirren. Sie trauert nicht um das, was sie nicht mehr kann - statt dessen entdeckt sie neue, ungeahte Möglichkeiten, die in ihr stecken.

Genau das ist es, was mich an diesem Buch berührt hat: Da bekommt ein Mensch echt eine volle Ladung auf den Deckel - aber anstatt sich zu verkriechen und sich zu bemitleiden geht er offensiv und kreativ mit den Gegebenheiten um. Entdeckt und fordert sein Potenzial. Lernt, dass Leben auch anders gehen kann - langsamer, bewusster, stiller vielleicht, manchmal eben auch unfreiwillig langsamer. Aber immer mit "mehr", das auf den ersten Blick vielleicht gar nicht zu erkennen ist.


(Seite 1 von 18, insgesamt 87 Einträge) » nächste Seite